Goslar, Bad Harzburg, Osterode am Harz, 01.08.2017, von Henrik Mahlmann

Hochwasser durch Dauerregen in Südniedersachsen

Wir hoffen, dass nun das Schlimmste überwunden ist und wir in nächster Zeit von Unwettern verschont bleiben damit wenigstens die Aufräum- und Reparaturarbeiten störungsfrei durchgeführt werden können. Gleich zu Beginn dieses Berichtes bekunden wir unser Mitgefühl für alle Opfer der Hochwasserkatastrophe. Gleichzeitig bedanken wir uns für die sehr gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, der Polizei, dem DRK sowie den Bürgern.

Nach zweieinhalb tägigen Dauerregen wurde der Technische Zug (TZ) des THW Ortsverband (OV) Goslar am Dienstag um 18:47 Uhr von Feuerwehr Osterode über die Leitstelle Goslar alarmiert, um die dortige Feuerwehr und die THW Einsatzkräfte vom OV Bad Lauterberg bei Pumparbeiten zu unterstützen. Zur Unterstützung wurden die 1. Bergungsgruppe und die Fachgruppe Infrastruktur des TZ mit zwei Fahrzeugen und 3 Pumpen in den Einsatz gebracht. In Osterode angekommen, erfolgte eine Lagebesprechung in der Feuerwache. Danach wurden die Einsatzaufträge erteilt. Die bestanden darin, die Abwasserkanäle zu entlasten und zu verhindern, dass die Kanalschächte volllaufen. Dies erfolgte durch das Abpumpen des Wassers, indem es umgeleitet wurde. Der Einsatz wurde gegen 04:00 Uhr früh am Mittwoch beendet.

Noch bevor die Einsatzkräfte die Unterkunft in Goslar erreichten, wurde ein Hilfeersuchen von der Leitstelle Goslar für die Feuerwehr Bad Harzburg an die Leitung des OV Goslar gerichtet. Nach Rücksprache mit der LuK der THW Geschäftsstelle Göttingen wurden die Einsatzkräfte auf dem Rückmarsch direkt nach Bad Harzburg umgeleitet. Gleichzeitig wurde auch der Zugtrupp mit dem Zugführer und einem Fachberater für Deichsicherung nach Bad Harzburg entsendet. Dort drohte auf einem Privatgrundstück am Hindenburgring ein Damm zu brechen, welcher einen Teich mit großer Wassermenge sicherte. Durch Abpumpen des Teiches konnte der Druck des Wassers verringert und der Damm gehalten werden. Am späten Vormittag wurden die THW-Kräfte aus Goslar die bereits die ganze Nacht im Einsatz waren durch zwei Bergungsgruppen vom THW aus Northeim abgelöst. 

Der Goslarer Zugtrupp wurde zu diesem Zeitpunkt in die örtliche Einsatzleitung der Feuerwehr Bad Harzburg integriert und war dort anschließend beratend tätig sowie für die Koordination der THW-Kräfte zuständig. In der THW-Unterkunft Goslar gab es erst einmal Verpflegung für die Helfer/innen, die aus dem Einsatz kamen. Anschließend wurden durch die Helfer, welche in der Unterkunft Bereitschaftsdienst hatten, Feldbetten aufgebaut. Voller Erschöpfung gingen die Einsatzkräfte in Ruhe. Nachdem am frühen Nachmittag die Einsatzstelle am Hindenburgring abgearbeitet war, unterstützten die beiden Gruppen aus Northeim die Bad Harzburger Feuerwehr bei der Abarbeitung der vielen Keller die ausgepumpt werden mussten. Gegen 20:00 Uhr wurden dann die zwei Bergungsgruppen aus Northeim wieder durch die Goslarer Gruppen abgelöst. Bis Donnerstag 03:00 Uhr waren die Kräfte aus Goslar dann noch im Einsatz. Ein weiterer Einsatzschwerpunkt war die Tiefgarage einer Filiale einer bekannten großen Einzelhandelskette in der Nähe des Bahnhofs welche komplett vollgelaufen war. Gegen Mittwochmittag traf die über die LuK Göttingen angeforderte Fachgruppe Wasserschaden - Pumpen (WP) vom THW-Ortsverband Melsungen (Hessen) mit einer Hochleistungspumpe, genannt Hannibal (5000 l/min) an der Tiefgarage ein, um gemeinsam mit einer weiteren Gruppe des THW-Goslar die Feuerwehr beim Abpumpen zu unterstützen. Als der Zufluss der Wassermassen dann zurückging und soweit unter Kontrolle war, beendeten die Goslarer Einsatzkräfte gegen 03.00 Uhr den Einsatz und zogen sich zurück in den Bereitstellungsraum in der Unterkunft in Goslar.  

Nachdem am Mittwoch der Landrat den Katastrophenalarm ausgelöst hatte, wurden THW Fachberater in den Katastrophenschutzstab des HVB entsandt, die sich in Arbeitsschichten selbstständig ablösten. Die Technische Einsatzleitung des Landkreises Goslar wurde in zwei Schichten mit jeweils 4 Personen Führungspersonal der THW Fachgruppen F/K aus Osterode und Braunschweig unterstützt. 

Zwischenzeitlich wurde auf Anforderung der Polizei Bad Harzburg die Bergungsräumgruppe des OV Clausthal-Zellerfeld an der B4 eingesetzt, um mit dem Radlader und Kipper die wichtige Verkehrsachse von Schlamm und Geröll zu befreien.

Auch in der Stadt Goslar wurden THW-Kräfte eingesetzt. Der TZ des OV Clausthal-Zellerfeld wurde zur Pumpenunterstützung angefordert und später durch den TZ aus dem Ortsverband Hann. Münden abgelöst. Aber auch hier wurde große Pumpenleistung benötigt und deshalb die Fachgruppe WP des TZ aus dem OV Detmold (NRW) in den Einsatz gebracht, Die THW Einsatzkräfte wurden in Goslar u. A. bei den Einsatzstellen Rammelsberghaus der Sparkasse und der AOK am Odermarktplatz benötigt.

Nachdem die Detmolder Einsatzkräfte in der Unterkunft des THW Goslar versorgt waren und in Ruhe gehen konnten, erfolgte für sie ein weiterer Einsatzbefehl nach Wolfenbüttel, um dort die Pumparbeiten der Feuerwehr an einem Seniorenstift zu unterstützen.


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